Exkursionsbericht – Besuch des Multimar Wattforums in Tönning
Am 28.04.26 unternahm unser Biologiekurs unter der Leitung von Herrn Nehmer eine Exkursion zum Multimar Wattforum in Tönning. Ziel der Exkursion war es, das Ökosystem Wattenmeer besser zu verstehen und theoretisches Wissen praktisch anzuwenden.
Zu Beginn nahmen wir an einer Führung durch die Ausstellung teil. Dabei wurden uns die verschiedenen Lebensräume des Wattenmeeres sowie deren typische Organismen vorgestellt. Ein besonderer Fokus lag auf den Anpassungen der Lebewesen an extreme Umweltbedingungen wie wechselnde Wasserstände, unterschiedliche Salzgehalte und Sauerstoffmangel im Boden. Außerdem wurde die Bedeutung des Wattenmeeres als komplexes Ökosystem und als Lebensraum für viele Tierarten verdeutlicht.
Im Anschluss daran arbeiteten wir im Forscherlabor, wo wir verschiedene Experimente durchführten, die sich direkt mit den ökologischen Besonderheiten des Wattenmeeres beschäftigten.
Ein Experiment untersuchte die Schlagfrequenz von Seepocken bei unterschiedlichen Temperaturen. Dabei zählten wir, wie oft die Fangbeine der Seepocken innerhalb eines bestimmten Zeitraums schlagen. Es zeigte sich, dass die Aktivität der Tiere temperaturabhängig ist: Mit steigender Temperatur nahm die Schlagfrequenz zu. Dies verdeutlicht den Einfluss von Umweltfaktoren auf den Stoffwechsel und die Aktivität von Lebewesen.
Ein weiterer Versuch befasste sich mit der Filtrationsleistung von Miesmuscheln. Dazu wurden Miesmuscheln in ein mit Schlick und Wasser gefülltes Becherglas gegeben, während ein zweites Glas als Kontrollprobe diente. Nach einiger Zeit war deutlich zu erkennen, dass das Wasser im Glas mit den Muscheln klarer wurde. Dies zeigt, dass Miesmuscheln als Filtrierer Schwebstoffe aus dem Wasser entfernen und somit eine wichtige Rolle für die Wasserqualität im Ökosystem spielen.
Außerdem untersuchten wir die Farbanpassung von Garnelen. Die Tiere wurden auf unterschiedlich gefärbte Untergründe gesetzt und beobachtet. Dabei konnten wir feststellen, dass sich ihre Körperfarbe innerhalb kurzer Zeit an die Umgebung anpasst. Verantwortlich dafür sind spezielle Farbzellen (Chromatophoren), die verschiedene Farbpigmente enthalten. Diese Anpassung dient dem Schutz vor Fressfeinden.
Ein weiteres Experiment beschäftigte sich mit Plankton. Mithilfe von Pipetten und Stereolupen untersuchten wir Wasserproben und konnten sowohl pflanzliches (Phytoplankton) als auch tierisches Plankton (Zooplankton) beobachten. Dabei wurde deutlich, dass Plankton die Grundlage vieler Nahrungsketten im Meer bildet und somit eine zentrale Rolle im Ökosystem einnimmt.
Die durchgeführten Experimente halfen uns, die zuvor in der Führung vermittelten Inhalte besser zu verstehen und eigenständig zu erforschen. Besonders deutlich wurde, wie stark Umweltfaktoren das Verhalten und die Anpassung von Lebewesen beeinflussen.
Biokurs Nh
